«Akwaaba» ziert in grossen Lettern den Ausgang der Ankunftshalle des Kotoka Airports in Accra. Und «herzlich willkommen» fühlt man sich schon von Beginn an in Ghana. Schnell spüre ich, warum das Land am Golf von Guinea als «Gateway to Africa» bezeichnet wird.
Da Ghana nicht gerade das Ferienziel Nummer 1 von Westeuropäern ist, ist das Interesse an Ausländerinnen und Ausländern – gerade eben hellhäutigeren Menschen und damit einen für Menschen aus Ghana ungewohnten Anblick– gross. Unzählige Male durfte ich während meines dreimonatigen Aufenthalts die Frage «How do you feel Ghana?» oder «Have you tried local food?» beantworten. Gerade letztgenanntes spielt in Ghana eine grosse Rolle, meist jedoch losgelöst von Getränken beziehungsweise Alkohol oder Bier. Denn im Gegensatz zu vielen frankophonen Ländern oder auch Ländern in anderen Teilen Afrikas, wie etwa Kenia, hat sich in Ghana noch nicht wirklich eine Trinkkultur etabliert. Dies soll aber nicht heissen, dass Ghanaer keinen Alkohol trinken. Bier, Wein oder auch härterer Alkohol gibt es fast überall zu finden, wird aber schlicht nicht in riesigem Ausmass konsumiert.
Übrigens: Ich habe soeben bewusst die männliche Form verwendet, denn bei den Frauen wird Alkoholkonsum zwar akzeptiert, aber ist aufgrund Imageproblemen weniger verbreitet.
Ich habe während meines dreimonatigen Aufenthalts in der ghanaischen Hauptstadt Accra einige Biere getrunken, die ich in diesem Artikel bereits aufgelistet habe. Im heutigen Artikel findest du meine persönlichen Empfehlungen für Restaurants und Reisen, Sehenswertes in und um Accra und Tipps zu Sachen, von denen ich froh gewesen wäre, hätte ich das vor meiner Reise gewusst – damit dein Aufenthalt auch zu so einem Erfolg wird, wie meiner es war.
Es folgen die Kapitel «Visum und Einreise», «Wissenswertes in Sachen Gesundheit», «Wohnen in Accra», «Essen» und «Ausflüge und Unternehmungen».
Visum und Einreise
Für die meisten internationalen Gäste verlangen die ghanaischen Behörden ein Visum. Dieses kannst du beim ghanaischen Konsulat deines Heimatlandes beantragen. Dies kostet je nach Art zwischen 100 Franken und 480 Franken (falls es schnell gehen soll). Das Beantragen des Visums ist zugegeben etwas mühsam, man muss dazu ziemlich viele Dokumente einreichen, wie etwa ein Gelbfieber-Impfnachweis (dazu weiter unten mehr) oder etwa auch einen «Invitation Letter». Benötigt man ein Arbeitsvisum, dann ist ein Einladungsschreiben des dortigen Arbeitgebers wichtig, für einen Tourismusaufenthaltreicht normalerweise die Buchungsbestätigung des Hotels.
Nach dem Abschicken des Visumsantrags – da muss übrigens auch dein Pass mit – musst du je nachdem zwischen einer und drei Wochen auf einen Bescheid warten – kurz vor der Weihnachtszeit normalerweise länger, weil da viele in Europa lebende Ghanaerinnen und Ghanaer nach Hause reisen. Ein Visum erst bei Ankunft zu beantragen, ist nicht empfehlenswert: Einige Airlines lassen dich ohne Visum nicht einmal ins Flugzeug.
Am Flughafen in Accra musst du dann auch deinen Impfnachweis vorlegen, bevor dein Pass mit dem Visum drin überhaupt kontrolliert wird. Wenn alles passt, gibts einen Stempel – und dazu noch eine handgeschriebene Nummer – das ist die Anzahl Tage, die du im Land bleiben darfst. Da ist Vorsicht geboten: Wer länger als nur ein paar Tage im Land verbringt und etwa ein «Multi-Entry»-Visum hat, der muss je nach Nummer (diese wird völlig willkürlich verteilt) nach 30 Tagen das Land verlassen und wieder einreisen für einen neuen «Start». Falls nicht, droht eine dicke Busse und/oder Probleme bei Passkontrollen. Diese werden nicht nur beim Verlassen des Landes, sondern auch beim Übertritt in verschiedene Regionen Ghanas gemacht.

Wissenswertes in Sachen Gesundheit
Wie bereits angetönt, benötigst du zur Einreise die Gelbfieber-Impfung. Einige Länder stufen diese als einmalig benötigt ein, Ghana selbst verlangt aber, dass diese nicht länger als 10 Jahre her ist. Von den Ärztinnen und Ärzten empfohlen, aber nicht obligatorisch, ist auch die Malaria-Prophylaxe. Dabei gibt es – zumindest in der Schweiz – zwei verschiedene Arten dieser Pillen. Eine kannst du einmal pro Woche nehmen, die andere täglich. Problem bei dieser Prophylaxe insgesamt: Die wöchentliche schlägt dir womöglich auf die Psyche, die andere auf den Magen. Letztgenanntes war bei mir der Fall. Ich hatte – in Kombination mit scharfem Essen – dabei doch etwas mit meinem Darm (Details erspare ich euch an dieser Stelle) zu kämpfen und habe sie daher abgesetzt. Ob das schlau war, wage ich zu bezweifeln, da bei einem Krankheitsgefühl während meines Aufenthalts und auch nach der Abreise immer wieder der Gedanken kam, ob es denn Malaria war. Mein Magendarmtrakt hat es mir aber gedankt.
Bevor du deine Reise nach Westafrika antrittst, würde ich dir sowieso einen Besuch beim Tropeninstitut ans Herz legen. Diese beraten dich in allen möglichen Reiseunsicherheiten und empfehlen dir Impfungen und sonstige gesundheitlich Vorkehrungen. Was auch zu empfehlen ist, ist ständiger Sonnenschutz (Creme gleich mitnehmen, weil dort im Supermarkt nicht wirklich verbreitet) und Moskitospray, den man bestenfalls immer dabei hat und bei Dämmerung und Moskitoaufkommen auftragen kann.
Wohnen in Accra
Ganz so billig, wie man es durch die europäische Brille vielleicht erwartet, ist das Wohnen in Ghanas Hauptstadt nicht. Wobei dies natürlich ganz auf den eigenen Standard ankommt. Ich selbst verbrachte meine Zeit, hauptsächlich auch wegen der Nähe zu meinem Büro, in einer Wohnung in einem Apartmentgebäude, genannt «Oasis Park Residences by CPL» im Stadtteil East Legon. Dieser ist definitiv eines der wohlhabenderen Viertel in Accra und gehört zusammen mit den Vierteln Airport Residential Area, Cantonments und Labone zu den angesehensten in Accra. Dies hat dementsprechend auch seinen Preis – wie auch mein Apartment. Für dieses zahlte ich etwa zwischen 700 und 800 US-Dollar pro Monat, dafür wurde aber alle zwei Wochen meine Wohnung geputzt und auf dem Dach gab es einen Pool und ein Gym (mit sensationeller Aussicht über die Stadt). Immerhin: Wer im AirBnB-Stil beim Unternehmen, dem das Haus gehört, buchte, zahlte pro Nacht schon um die 150 bis 200 Dollar. Lass mich wissen, falls du den Kontakt zur Immobilienvermittlerin brauchst. Wenn du dich sonst nach Unterkünften umsehen möchtest, hilft sicherlich auch AirBnb oder die Immobilien-Plattform Meqasa (diese wurde mir von meinem Büro empfohlen).
Betreffend Hotels in Ghanas Hauptstadt halten sich meine Erfahrungen und Empfehlungen in Grenzen. Die «Reichen» gönnen sich jeweils einen Aufenthalt im Kempinski oder im Mövenpickhotel, was natürlich seinen Preis hat – und meiner Meinung nach (ohne wirklich Expertise zu haben) halt auch nur bedingt ein echtes Ghana-Erlebnis ist. Ich selbst verbrachte meine ersten zwei Nächte, bevor ich ein Apartment fand, im «Eastgate Hotel» in East Legon. Nichts Aussergewöhnliches, ganz solide, mit netten Leuten, einem Pool und gutem Frühstück.
Transport
Seit meinem Aufenthalt in Ghana kann ich bestätigen: Öffentlicher Verkehr gestaltet sich in Europa relativ einfach. Viele Orte innerhalb von Städten sind zu Fuss zu erreichen, falls nicht, kann man auf Tram, Metro, Bus oder Zug zurückgreifen. In Ghana ist das etwas anders: Weiter als zum Supermarkt um die Ecke zu gehen, wird schnell zum Abenteuer, da Trottoirs sowie auch rücksichtsvolle Verkehrsteilnehmende eine Seltenheit sind. Auch der ÖV lässt aus europäischer Sicht zu wünschen übrig. Zwar verfügt Ghana über ein 1300 km langes Schienennetz, dies wird jedoch hauptsächlich für den Transport von Exportgütern verwendet. Ich selbst bin nie Zug gefahren, bemühte mich ehrlich gesagt aber auch nicht gerade stark darum, eine für die Öffentlichkeit bestimmte Verbindung herauszusuchen. Meinen ghanaischen Freunden zufolge soll es jedoch möglich sein, mit dem Zug von Accra in die etwa 20 Kilometer entfernte Hafenstadt Tema zu fahren. Der Staat plant aber eine Rückkehr zu alter Stärke: Im Januar 2024 wurden aus Polen neue Züge gekauft, die im Verlauf des Jahres nach Ghana verschifft werden sollen.
Ich selbst habe in meiner Zeit in Accra hauptsächlich auf Taxis beziehungsweise Uber, Bolt oder Yango zurückgegriffen. Bolt ist meiner Erfahrung nach etwas billiger als Uber, im Vergleich zu Schweizer Taxi-Preisen sind die in Ghana aber sowieso ganz akzeptabel. Eine 30-minütige Fahrt kostet selten mehr als zwei Franken. Empfehlung: Registriere deine Kreditkarte und zahl damit im Voraus, denn die Fahrer haben selten Wechselgeld – oder wollen keins haben und knöpfen dir so mehr Geld ab, als die Fahrt gekostet hätte.
Als eine noch billigere Alternative gäbe es auch Trotros. Dies sind privat organisierte Minibusse. Sie sind relativ sicher und eine tolle Möglichkeit, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen (obwohl dies auch sonst überall ganz gut geht). Mein Problem damit: Ich habe nie ganz verstanden, wo, wann und wohin sie fahren.
Für Reisen in Städte ausserhalb von Accra gibt es mehrere Möglichkeiten. So etwa mit dem Flugzeug: Es gibt täglich Flüge in grössere Städte wie Tamale, Kumasi oder Sekondi-Torandi. Damit spart man viel Zeit, die Preise sind jedoch relativ hoch. Als Alternative für Fernreisen gibt es zudem Fernbusse der Unternehmen «Intercity STC Coaches» oder «VIP Bus» – oder teilweise auch Trotros, die Überland fahren.
Empfehlung: Versuche, nicht spätabends ausserhalb der Stadt unterwegs zu sein. Die Strassen sind oft in schlechtem Zustand und Unfälle passieren deutlich häufiger nach Einbruch der Dunkelheit. Die kanadische Botschaft zum Beispiel verbietet ihren Angestellten sogar aus diesem Grund Fahrten ausserhalb der Stadt nach Sonnenuntergang. Abenteuerlich war auch einer unserer Rückfahrten aus der Volta-Region zurück nach Accra. Weil jemand aus unserem Bus wegen eines abgelaufenen Visums rausgezogen wurde, mussten wir länger warten – und fuhren letztlich im Dunkeln heim. Nicht wirklich angenehm, da Laternen eine Seltenheit und die Strassen mit Schlaglöchern versehen sind.

Essen
Wie in der Einleitung bereits erwähnt, spielt Essen in Ghana eine grosse Rolle. Der Stolz auf die eigenen Gerichte ist immens, für Mitteleuropäer wie mich aber etwas suboptimal: Das Essen ist teilweise extrem scharf – gleichzeitig aber kaum gesalzen, was es für mich doch etwas schmerzhaft und auch eher schwierig machte, es zu geniessen. Dies soll überhaupt keine Kritik an die ghanaische Küche sein, ist zu Beginn aber halt doch etwas gewöhnungsbedürftig – vor allem für den Magen. Trotz anfänglicher Skepsis und Schwierigkeiten habe ich mich durch die meisten Speisen probiert. Hier die meistverbreiteten:
Meals
Fufu: Fufu besteht aus Kochbanane und gekochter Yam-Wurzel. Die beiden Zutaten werden so lange zusammen gestampft, bis es daraus einen Teigkloss gibt. Dieser wird dann zusammen mit Fleisch und einer Suppe aus einer grossen Schüssel gegessen. Das Fleisch (z.B. Huhn, verschiedene Fischsorten, Schnecke oder «Grasscutter»), wie auch die Suppe, ist frei wählbar. Bei der Suppe ist jedoch etwas Vorsicht geboten: Die Groundnut-Soup ist zwar lecker, aber für nicht trainierte Mägen harte Arbeit. Die Light Soup derweil mag für den Magen zwar leichter sein, ist aber sehr scharf. Für den untrainierten europäischen Magen ist meiner Meinung nach Palm Nut Soup eine gute Wahl.
Banku: Wie auch Fufu ist Banku eigentlich nur eine Beilage. Diese hier besteht aus fermentiertem Maismehl und Mehl von der Cassavapflanze. Dieses wird dann heiss gekocht, stark gerührt und letztlich in Bälle abgepackt. Am häufigsten wird Banku zusammen mit Okro Stew gegessen, einer wirklich leckeren schleimartigen Suppe aus Okragemüse, dem Zwiebeln, Knoblauch und je nachdem Huhn oder getrockneter Fisch beigefügt wurde. Oft isst man Banku auch zusammen mit Tilapia, dem beliebtesten – und sehr scharf gewürzten – Fisch in Ghana.
Jollof Rice: Wer macht nun den besseren Jollof Rice? Ghana oder Nigeria? Die Diskussionen darüber werden wohl nie gänzlich abreissen, beide Länder beanspruchen es für sich, den besten Jollof zu kochen – so entstand gar der Begriff «Jollof War». Der Hype darum mag etwas übertrieben sein, denn Jollof ist eigentlich einfach scharfer Tomatenreis – ganz lecker, aber auch ganz schön scharf. Dieser wird zusammen mit Fleisch oder Fischstückchen serviert, dazu gibt es teilweise auch Kelewele – was uns zum nächsten Punkt führt.
Kelewele: Der Snack aus Kochbananen wird entweder einfach so oder als Beilage serviert. Die Kochbananen werden in Würfel geschnitten und dann gewürzt und frittiert – oder einfach angebraten. Teilweise sehr scharf – aber sehr fein!
Yam: Die Wurzel gleicht vom Geschmack und der Konsistenz her der Kartoffel – und so wird sie auch verwendet. Etwa als «Pommes»-Beilage zu Chicken.
Tilapia: Der Fisch gehört zu den meistgegessenen in Ghana und ist scheinbar auch in Europa nicht unbekannt – auch, wenn ich bis zu meinem Besuch in Ghana noch nie was davon gehört habe. Tilapiawird meist sehr scharf mariniert, grilliert und als ganzen Fisch – also mit allen Gräten, der Flosse und dem Kopf (ja, auch mit den Augen) serviert. Gegessen wird wie fast alles andere mit den Händen. Der Fisch ist echt fein – wenn auch ein bisschen gar scharf. Dazu gibts meist Beilagen wie Yam Chips oder Banku.
Red Red: Ein wirklich feines Bohnenmus, das seinen Namen seiner Farbe zu verdanken hat. Die Bohnen werden im roten Palmöl gekocht, dazu gibts meistens frittierte Kochbananen. Letztere werden meist nicht so stark gewürzt wie bei der Herstellung von Kelewele.
Waakye: Ein Gericht aus gekochtem Reis, der oftals Frühstück oder am Mittag gegessen wird. Vervollständigt wird das Gericht meist mit Fisch oder Fleisch und der Fischsauce Shito. Manchmal auch mit dabei? Spaghetti und Ei. Richtig gelesen. Waakye wird teilweise wirklich mit den dünnen 5-Minuten-Spaghetti serviert.

Restaurants
Aufgrund der für meinen Magen zugegeben haarsträubenden Kombination aus scharfem Essen und der Malariaprophylaxe kann ich meinen ersten Monat in Ghana mehr oder weniger schon mal streichen, da ich zeitweise vor der afrikanischen Küche flüchtete. Zudem wären unzählige Restaurants jetzt wohl etwas beleidigt, dass ich sie nicht erwähne, obwohl sie wohl genau so gut sind, als die von mir folgend aufgezählten. Ich versuche es trotzdem mal.
The Tree Under: Ebenezer, mein bester Freund in Ghana, führte uns als Geburtstagsessen und auch für mein Abschlussessen in eines seiner Lieblingslokale zum Fufuessen aus. Touristen sind den Blicken der Anwesenden an dort eher selten gesehen, umso echter auch die Erfahrung auf den Plastikstühlen in Restaurantgarten mit dem feinen Essen. Sicher eine gute Wahl, um das erste Mal Fufu zu probieren.
Bush Canteen: Ebenfalls eine gute Wahl für das erste Fufu, das mir von diversen Leuten empfohlen wurde – und wenige Gehminuten von meiner Unterkunft entfernt gelegen ist. Welches Fufu nun genau besser war, kann ich ehrlich gesagt nicht sagen – du musst wohl also beides probieren 😉
Filipos Tilapia Joint: Von Filipos gibts in Accra mehrere Restaurants und diese verkaufen, wie es der Name schon sagt, Tilapia. Auch hier gibts die echte «Ghana-Experience» inklusive Essen mit den Händen, draussen am Strassenrand, mit vielen Moskitos (wofür dir aber extra noch eine Glasflasche mit abschreckendem Rauch gebastelt wird) auf zu tiefen Stühlen und Tischen. Zwar wurde mir gesagt, es sei nicht der beste in der Stadt, ich fand ihn zwar sauscharf, aber ganz gut. Zudem ist die Bedienung lustig und nett.
Nguni: Ein südafrikanisches Restaurant südlich des Flughafens, mit sehr netten Angestellten, hat jedoch seinen Preis. Besonders empfehlenswert: Der Sunday Roast, der jeden Sonntag ab Mittag stattfindet. Zudem cool: Dort wird auch das Tale Bier, das wir hier vorgestellt haben, verkauft und es werden so ziemlich alle möglichen Sportevents (wie etwa Rugby, Premier League, LaLiga und teils auch tiefere Ligen gezeigt).
Jamestown Café: Lust auf ein «instagrammables» Frühstück? Dann bist du bei Jamestown Coffee genau richtig. Schön angerichtetes und vor allem feines Essen, sowie echt guten Kaffee bekommst du hier. Klar, nicht ganz billig für ghanaische Verhältnisse, aber sicherlich mal einen Besuch wert. Toll auch, dass das Caféein Coffee Stout führt, welches die Tale-Brauerei braut.
La’Boul Cafe: Ziemlich europäisch, aber: Ganz cool, die etwas versteckte Location gleich zwischen Padel-Courts und super für einen süssen Snack und/oder Kaffee am Nachmittag. Übrigens: Sie haben auch einen kleinen Laden an einem anderen Standort inmitten eines Wohnquartiers, bei dem du Brot und andere Gebäcke kaufen kannst, solltest du das aus der Heimat mal vermissen 😉 Wichtig: Reserviere deine gewünschten Sachen einen Tag zum Voraus, sie sind schnell ausverkauft.
Pinocchio & La Piazza: Da kommt so richtiges «Dolce Vita»-Gefühl auf. Sehr feine Pizza, gute Pasta und Bier direkt aus dem Piemont. Ausserdem bietet der gemütliche Innenhof eine kleine Ruheoase von der sonst eher lauten und hektischen Atmosphäre in den Restaurants. Eine Empfehlung, wenn man mal etwas Abwechslung vom scharfen, ghanaischen Essen braucht.
DNR Turkish Restaurant: Aufgrund der geografischen Nähe zu meiner Unterkunft und natürlich auch wegen des leckeren Essens habe ich ab und zu auch mal bei diesem Restaurant vorbeigeschaut. Es dürfte wohl das Stammlokal der türkischen bzw. libanesischen Community (die in Ghana übrigens sehr gross ist) sein. Auch eine gute Abwechslung zum eher schweren ghanaischen Essen.
Chez Afrique: In East Legon gelegen. Eine gute Adresse für simples ghanaisches Essen. Wirklich lecker, witzige Bedienung und ganz preiswert. Gibt auf diesem Niveau sicher viele in Accra, aber trotzdem ein Besuch wert.
Natürlich ist diese Liste nicht abschliessend und es gibt noch unzählige weitere Restaurants, wie etwa das Afrikiko (jeden Mittwoch ist da Salsa-Night), Mamas Cuisine oder der Barndoor Beergarden. Es sind einfach meine persönlichen Tipps.
Ausflüge und Unternehmungen
Ob Kultur und Geschichte im Kwame Nkrumah Memorial Center oder National Museum, Surfen, Fussball, Shopping oder eine lange Partynacht – in und um Accra wirst du bestens unterhalten. Hier folgen einige Orte und Unternehmungen, die mir gut gefallen haben. Auf Partytipps wartest du an dieser Stelle allerdings vergebens, da das nicht ganz mein Fachgebiet ist. In Accra findest du aber garantiert liebe Menschen, die dich irgendwohin zum Feiern mitnehmen.

Craft Beer
Beercurator ist ja eigentlich ein Craft-Bier-Blog. Deshalb darf auch das Bier-Tasting in Accra nicht fehlen. Meines Erachtens hat dies aber einen separaten Artikel verdient – den du hier findest.
Language Cafe Accra
Das Language Café ist kein richtig besuchbarer Ort und es ist auch nicht wirklich kommerziell. Einmal pro Woche lädt Jennifer, eine gebürtige Holländerin, zum Austausch in einem Restaurant in Accra ein. Dort kannst du mit Locals die meisteverbreitetste Sprache Ghanas (Twi) lernen und – fast noch wichtiger – gleichzeitig auch neue Menschen kennenlernen.
Besonders cool sind zudem die Reisen, die vom Language Café organisiert werden. Von Accra aus kannst du mehrmals pro Monat zusammen mit Gruppen (nein, es ist nicht eine Hirn-Abschalten-und-Mitfahren-Touri-Reise) Orte in Accra und weiteren Orten in Ghana entdecken. Die Preise sind wirklich sehr fair, du unterstützt zudem lokale Unternehmen – und findest auch auf diesen Reisen wieder neue Freunde.
Aburi Botanical Gardens
Accra ist – wie so ziemlich jede andere Grossstadt, teils dreckig, teils laut, teils anstrengend. Wer dem Grossstadttrubel entfliehen will, ohne gleich mehrere Stunden in den Norden zu fahren, ist in den Aburi Gardens bestens aufgehoben. Die Luftqualität ist im Botanischen Garten, der auf einem Hügel hinter Accra liegt, deutlich besser. Es gibt riesige, beeindruckende Bäume, Pflanzen oder Termiten-Bauten zu sehen und lädt auch mal einfach zum Verweilen und Ausruhen ein. Ich fuhr jeweils mit dem Auto eines gefahren, sonst bringt dich sicher auch ein Uber dorthin.
Arts Center
Wer Ghana besucht, will mit grosser Wahrscheinlichkeit auch einige typische Souvenirs mit nach Hause bringen. Und diese findet man im Arts Center von Accra. Auf diesem Markt lässt sich von geschnitzten Holzfiguren, über Gemälde bis zu Holzschmuck hier bei den verschiedenen Händlerinnen und Händlern alles kaufen. Etwas anstrengend und mühsam ist aber, dass dich alle zu ihrem Stand führen wollen. Bist du an einem, warten draussen garantiert einige freundliche Personen, die dich bitten, doch auch ihre Sachen anzuschauen. Ruhe, um die einzelnen Sachen anzuschauen, hast du daher nicht.
Auch Fussballtrikots von lokalen Clubs, die sonst wirklich kaum zu finden sind, findest du im Arts Center. Tipp: Verhandeln lohnt sich. Meist ist auch die Hälfte des Preises für die verkauften Sachen angemessen. Kartenzahlung ist ebenfalls möglich, es lässt sich letztlich aber schlechter verhandeln. Das Argument «Ich habe nicht mehr Geld dabei» zieht nicht mehr ganz so gut).
Butterfly Green Market
Auch auf diesem Markt findest du schöne Souvenirs aus Ghana. Der Unterschied hier: Es geht alles etwas ruhiger und gemächlicher zu und her. Es ist nicht ganz so anstrengend, wie im Arts Center – und man findet doch einige coole Souvenirs. Ein weiterer Pluspunkt: Hier kannst du auch etwas essen oder gemütlich ein kühles Getränk geniessen.
Da es etwas gemächlicher zu und her geht, trifft man dort eventuell auch auf andere Expats, sonst tolle Leute und auch mögliche neue Freunde. Ein Besuch hier lohnt sich, der Markt findet normalerweise am ersten und am dritten Samstag des Monats statt. Aktuelle Infos findest du auf ihrem Instagram-Kanal.
Trashy Bags Africa
Accra hat ein grosses Problem mit Plastikmüll. Einen Grossteil davon machen kleine, mit Wasser gefüllte, Säckchen aus. Diese gibt es an jeder Strassenecke zu kaufen und kosten weniger als eine Flasche Wasser. Das Wasser wird getrunken, die Plastiksäcke auf den Boden geworfen. Hier greift Trashy Bags ein und zahlt den Leuten Geld pro Kilo an Wassersäckchen, wenn sie diese zusammensammeln und zur Verarbeitung bringen. In der «Fabrik» waschen die Angestellten die Säckchen und vernähen sie zu Taschen, Rucksäcken oder Etuis. Zudem lernen die Menschen dort den Umgang mit der Nähmaschine oder werden im Fashiondesign ausgebildet.
Wer am Hauptsitz von Trashy Bags vorbeischaut, hat die Möglichkeit, sich die Arbeitsstätten anzusehen und auch gleich ein Souvenir (oder zwei) mitzunehmen.

Kochkurs
Das Thema Essen hat sich nun durch den gesamten Reiseführer gezogen und wird auch dich auf deiner Ghana-Reise eng begleiten. Grund genug, um zu lernen, wie man lokale Speisen auch selbst kocht. Ich habe mich – damit ich in der Heimat dann Family & Friends auch beeindrucken kann – selbst zweimal in einen gewagt. Bei Gifty und ihrer Familie kannst du eine Speise auswählen, die du gerne kochen würdest und es wird dir dann quasi vorgekocht. Nicht ganz billig, aber ganz witzig. Falls du lokale Freunde findest, könntest du auch diese fragen, ob sie mit dir etwas kochen.
Achtung, falls du zur skeptischen Sorte Mensch gehörst. Gifty holt dich wahrscheinlich in der Nähe ihres Hauses ab und führt dich dann in den Hinterhof ihres Daheims. Das kann auf den ersten Blick etwas zwielichtig wirken, aber sei unbesorgt. Gifty und ihre Familie sind sehr herzlich und lieb.

Fussballstadion
Wer mich kennt, der/die weiss, dass eine Auslandsreise selten ohne Besuch eines Fussballspiels vonstattengeht – oder meist vielmehr der Grund ist für eine solche Reise. Auch wenn dich das Fussballspiel selbst nicht interessiert, ist das ganze Drumherum höchst interessant. So eben auch in Ghana, wo ich erleben durfte, wie die Ghanaerinnen und Ghanaerinnen ihren Teams ihr Herz schenken. Den Besuch eines Fussballspiels solltest du auf dem Programm haben – sagt übrigens auch mein Mami, die nicht so grosser Fussballfan ist 🙂
Zu empfehlen – auch einfach wegen des riesigen Baus – ist sicher das Accra Sports Stadium, wo diverse Klubs, aber oft auch die Nationalteams spielen. Zu empfehlen sei zudem auch ein Spiel von Asante Kotoko in Kumasi – da sollen die Fans immer besonders heiss und frenetisch sein.

Gerne könnt ihr mich auch kontaktieren, falls ihr zu tieferen Ligen, kleineren Plätzen oder weitere Empfehlungen in Sachen Fussball braucht.
Das gilt übrigens nicht nur für Fussball-Sachen, sondern selbstverständlich auch für alle anderen Fragen rund um Ghana! Danke, dass du bis hier gelesen hast und bis bald!
«Medaase» fürs Lesen und viel Spass! 🤗
Nicolas
